Tag der Erde

Auch wenn eigentlich jeder Tag „Earth Day“ sein sollte – es ist trotzdem eine wichtige Aktion, am 22. April, dem „Tag der Erde“, mit kreativen Umweltprojekten auf Themen wie Nachhaltigkeit und die „Wiederherstellung“ des Planeten und seiner Ökosysteme aufmerksam zu machen! Das Motto 2022 lautet in Deutschland: „Deine Kleider machen Leute. Nachhaltig, Bio & Fair steht Dir und der Erde besser.“ Dabei geht es um die Menschen, die unsere Kleidung produzieren, um die Natur und nicht zuletzt auch um die Personen, die die Kleidung tragen. Jede und jeder kann etwas Gutes tun, ob privat oder beruflich – angefangen dabei, darauf zu achten, wie die eigene Kleidung hergestellt wird bis hin zum Waschen oder letzten Endes zum Entsorgen von selbiger.

Die Initialen der der Non-Profit-Organisation Earth Day International tragen zugleich die Philosophie in sich: Das „E“ steht für „Erziehung“, hin zu umweltbewusstem Handeln, ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Aktionen, um mit positivem Beispiel voranzugehen. Das „D“ steht für Dialog, damit Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht und umgesetzt werden können, während das „I“ auf die Initiative hinweist, denn die bewirkt Veränderungen. So veranstaltet die Non-Profit-Organisation beispielsweise „Earth Day“-Workshops in Schulen, setzt Seminare und Workshops in Unternehmen um und übernimmt Sponsorships für Umweltprojekte.

Ein Zukunftsprojekt, das der Organisation am Herzen liegt, ist das Projekt Bee2025, zu dem man recht einfach beitragen kann: Bienen brauchen Futter – bei der nächsten anstehenden Balkon- oder Gartenbepflanzung könnt ihr also ein Augenmerk darauf legen, Kräuter und / oder Pflanzen danach auszuwählen und die Entscheidung für bienenfreundliches Grün zu treffen. Außerdem kann der Anstoß gegeben werden, mehr bienenfreundliche Blumen im öffentlichen Raum zu verbreiten und generell keine Pestizide zu verwenden. Auch eine Option: Bienenpatin oder -pate werden. Für einen überschaubaren jährlichen Beitrag im meist zweistelligen Bereich gibt’s je nach Organisation beispielsweise eine persönliche Patenschaftsurkunde, ein Glas Honig und eine Saat-Tüte mit einer bienenfreundlichen Blühmischung. Euer bezahltes Geld wird unter anderem in den Schutz und die Pflege der Bienen sowie in die Schaffung ihrer Lebensräume investiert.

Alle weiteren Infos zum „Earth Day“, der bereits im Jahr 1970 als spontane Studentenbewegung in den USA entstand, findet ihr unter anderem auf der Website der Non-Profit-Organisation sowie hier.


(Foto: https://earthday.de, 22.04.2022)

Saubere Sache!


Okay, erst einmal steht zwar noch das Oster-Wochenende an, aber dennoch könnt ihr euch das darauffolgende Wochenende schon einmal im Kalender notieren – wenn ihr in Berlin lebt oder durch Zufall zu Besuch seid: Am Samstag, den 23. April, findet der Auftakt der CleanUp Saison 2022 am Berliner Landwehrkanal statt! Clean River Project e.V. möchte gemeinsam mit euch – bzw. uns – den Landwehrkanal von Plastik- und anderem Müll befreien.

Gesammelt wird auf dem Wasser und am Ufer. Clean River Project e.V. stattet die Helferinnen und Helfer mit Utensilien wie Müllsäcken, Handschuhen und Greifern aus, darüber hinaus gibt’s ein paar Stand Up Paddle Boards vom StandUpClub Berlin für erfahrene Paddlerinnen und Padler, die mit eigenem Trocken-/Neoprenanzug ausgestattet sind. Kayaks gibt es von Kayak Berlin Tours. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, bei einem Getränk mehr über das Clean River Project zu erfahren.

Los geht’s um 14 Uhr am Carl-Herz-Ufer mit einer Begrüßung, dem Verteilen der Müllsammelutensilien und einer Paddeleinweisung. Um 14.15 Uhr beginnen die Paddeltour und das Müllsammeln bis zum Dreiländereck, um 16.30 Uhr wird dort ein Gruppenfoto der Paddlerinnen und Paddler geknipst. Anschließend wird der Müll abgeladen, es gibt eine Verlosung, ein Gruppenfoto und einen gemeinsamen Ausklang. Hier könnt ihr euch registrieren; Fragen könnt ihr an events@cleanriverproject.destellen. 

Black Friday – nicht bei Barbeck


Black Friday – ein Trend aus den Staaten, der uns gerade noch gefehlt hat! Ich, die sich mit meinem nachhaltigen Label Barbeck gegen diese Konsumveranstaltung richte, habe hier eine ganz klare Meinung:

   

Mit wahnsinnigen Rabattaktionen locken meist große Konzerne und wollen so ihre KundInnen zum Kauf verführen. Dabei ist es egal, ob das Produkt zurzeit benötigt wird oder nicht. Der Konsum steht hier klar im Vordergrund, was sowohl aus ethischen als auch aus nachhaltigen Gründen kaum zu vertreten ist.

   

Meine nachhaltig produzierten Produkte können bei den übertriebenen – oder zumindest übertrieben wirkenden – Rabatten nicht mithalten. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit nämlich auch, dass ich meine Sachen fair kalkuliere und sie so zu einem gesunden Preis anbieten kann. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir Handwerk und Kreativität wieder mehr wertschätzen müssen.

   

Trotzdem habe ich mir aber etwas Besonderes überlegt! Ich werde 20% von meinem Umsatz der nächsten 2 Wochen an die DKMS spenden. Gleichzeitig möchte ich euch nochmals darum bitten, euch auf der DKMS-Seite registrieren zu lassen und so Leben zu retten.

   

Ich freue mich sehr, dass sich einige UnternehmerInnen mir bereits angeschlossen haben und ebenfalls für einen guten Zweck sammeln.

   

Eure Barbara


#abfallfreitag


Passend zum BarMAG-Artikel von vor zwei Wochen haben wir heute einen Veranstaltungstipp für euch – und da das Ganze online stattfindet, können alle teilnehmen, die möchten, unabhängig vom Wohnort: Berlin feiert den #abfallfreitag – mit dem Zero Waste Future Festival. Am heutigen 19. November 2021 kommen Vordenkerinnen und Vordenker eines abfallfreien Lebens in der NochMall, dem Gebrauchtwarenhaus der Berliner Stadtreinigung, zusammen und präsentieren ihre Ideen und Ansätze. Die Berliner Stadtreinigung möchte damit ein Zeichen setzen – auch gegen Aktionen wie den konsumorientierten „Black Friday“.

Die Vorträge und Diskussionen im Online-Stream sind kostenfrei. Um 11 Uhr geht’s los mit der Begrüßung, anschließend verrät Christiane Sieg, die den Lieferservice und Unverpackt-Laden „Der Sache wegen“ gegründet hat, wie sich Zero Waste unkompliziert in den Alltag integrieren lässt. Außerdem erklärt David Suchy, Gründer des veganen und müllfreien Restaurants Frea, unter anderem, wie es möglich ist, alle Lebensmittel zu 100% zu verarbeiten. Nina Fuchs vom Projekt „Klimaschutz is(s)t Mehrweg“ des Vereins „LIFE – Bildung Umwelt Chancengleichheit“ berichtet, wie Gastronominnen und Gastronomen sowie Gäste auf Mehrweglösungen bei Essen to go umsteigen können. Nach weiteren spannenden Teilnehmenden endet der Online-Tag um 17 Uhr mit einem offenen Gespräch. Hier könnt ihr euch kostenfrei anmelden! 
 
Eure Kristina

Ein guter Tag


Diesen Monat, genauer gesagt am 15. November, findet der alljährliche Recycling Day statt – zumindest in Amerika. Aber warum eigentlich nur dort? Vielleicht haben einige von euch ja Lust, den Tag ebenfalls zu nutzen, um sich ein bisschen näher mit dem Thema auseinanderzusetzen und beispielsweise einen Tag lang zu versuchen, keinen oder möglichst wenig nicht recycelbaren Abfall zu produzieren? 
Durch Recycling wird Müll wieder nutzbar gemacht, das bekannteste Beispiel sind vermutlich Mehrwegflaschen, die bis zu 50 Mal wieder befüllt werden können.
   
Getränkekartons bestehen statt aus einem Kunststoff meist aus einem Mehrschichtmaterial, das schwerer zu recyceln ist. Plastik-Joghurtbecher sollen „löffelrein“ sein und der Aluminiumdeckel muss abgetrennt und gefaltet und die Papierbanderole gesondert im Papiermüll entsorgt werden. Das machen vermutlich – noch – eher wenige Menschen. Schon beim Produktkauf generell kann auf Recyclinglogos wie „Der Grüne Punkt“ geachtet werden. Je häufiger Produkte mit Recyclingmaterial gekauft werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass künftig mehr Unternehmen die Wichtigkeit des Themas erkennen.
   
Altpapier wird in Deutschland übrigens bereits zu fast 90% recycelt. 2018 hat die deutsche Papierindustrie rund 75% Altpapier zur Papierproduktion und nur ein Viertel aus frischen Holzfasern produziert. Im Bereich Toilettenpapier ist das noch ausbaubar; Recyclingpapier verbraucht in der Herstellung insgesamt deutlich weniger Energie und Wasser. Übrigens: Schmutzige Papierverpackungen wie Pizzakartons gehören in den Restmüll. Außerdem wichtig: Ausgediente Elektrogeräte und Batterien, die sich ja leider nicht gänzlich vermeiden lassen, zumindest fachgerecht entsorgen und nicht einfach zusammen mit dem Hausmüll.
   
Unter anderem Wattestäbchen, Teller, Besteck und Strohhalme aus Plastik sowie auch Wegwerf-Essensverpackungen aus Styropor sind seit Mitte 2021 in Deutschland nicht mehr erlaubt. Hier kommen wir also gar nicht mehr in Versuchung…
   
Neben den Produkten des täglichen Gebrauchs und solchen aus den Bereichen Ernährung ist bei der Bekleidung ganz nach dem Motto „One person’s junk is another person’s treasure“ der Secondhand-Kaufansatz eventuell der am einfachsten umsetzbare. Auch bei Deko, Küchengeräten, Geschirr & Co. können gebraucht häufig gute Schnäppchen gemacht werden. Ansonsten lohnt es sich gerade bei neuen Kleidungsstücken auf die Materialien zu achten!
 
Pro Kopf erzeugt eine Person in Deutschland laut einer Studie über ein Kilogramm Müll am Tag. Das lässt sich doch ändern, oder? Spätestens in eineinhalb Wochen, am 15. November, wäre ein guter Zeitpunkt für den Startschuss…
   
Eure Kristina

Nachhaltig? Logo!

Allen, die sie vielleicht noch nicht (in Gänze) entdeckt haben, möchte ich heute die neue Barbeck-Kollektion vorstellen! Natürlich im Fokus, ganz im Sinne des Markenanspruchs: Nachhaltigkeit. Neben den Materialien, Biobaumwolle und Tencel, steht auch bei den Prints das Thema Sustainability wortwörtlich im Mittelpunkt und zeigt sich als gedrucktes Statement in verschiedenen Looks auf den Unisex-Shirts und Jutebeuteln der Berliner Marke. Logo-Patch-Tees und -Sweater sowie -Accessoires dürfen in der Kollektion ebenfalls nicht fehlen, denn auch wenn sich Barbeck nicht an kurzlebigen Trends orientiert, so ist das Thema „Logo zeigen“ doch ein absoluter Dauerbrenner, an dem kaum ein Weg vorbeiführt. Ein Highlight: der bestickte Weltkarten-Hoodie und das Weltkarten-Shirt – um das Fernweh ein wenig zu stillen, das sicherlich ein Großteil von uns während der Lockdowns empfunden hat und vielleicht immer noch empfindet. Handgefärbte Batik-Sweater und -Shirts runden die Unisex-Styles ab – die 90er feiern schließlich regelmäßig ein Comeback.

Bei den Damen ist neben Volant- und Midi-Wickelkleidern und -Röcken, die sich jeder Figur anpassen, vor allem die leichte, hellblau-grüne Wollsommerjacke ein Eyecatcher! Jede Jacke ist ein Upcycling-Unikat und damit etwas ganz besonderes. Wer sich also gerne von der Masse abhebt und dabei gleichzeitig zurückhaltend-elegant und chic daherkommt, könnte Gefallen an dem schönen Modell finden!

   

Farblich stehen in der neuen Range sowohl sommerliche Töne wie Sonnengelb und Rot im Fokus, aber auch zurückhaltendere Nuancen wie Hellblau, Weiß, Grau und Beige sind allgegenwärtig und lassen sich bestens kombinieren. Hautfreundlich, nachhaltig, pflegeleicht; teils mit Softfinish innen, hält Barbaras Kollektion für jedem Geschmack und Körperbau etwas bereit! Neugierig? Dann schnell hier entlang!

   

Eure Kristina

Im Aus-Tausch

Nachdem es letzte Woche bei Barbara vor allem ums nachhaltige Essen ging, soll heute eine besondere Form der Kreislaufwirtschaft im Fokus stehen. Das Motto: Bring, was du kannst, nimm, was du brauchst! Wenn euer Kleiderschrank zu voll ist, ihr einfach mal ein wenig aussortieren wollt oder auch auf der Suche nach einem neuen Teil seid, das aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes neu sein muss, haben wir einen Tipp für euch! Im Berliner Stadtteil Neukölln gibt’s den sogenannten Tauschladen vom Kulturlabor Trial & Error. Der „Shop“, der jeden Dienstag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr geöffnet hat, gilt als Beispiel für umweltfreundlichen, sozialverantwortlichen Verbrauch, basierend auf dem Prinzip der Tauschwirtschaft, ohne Geld oder Profit. 
   
Wichtig: Saubere und keine kaputten bzw. leicht reparable Sachen werden vorausgesetzt. Zudem solltet ihr etwas Zeit zum Einsortieren eurer aussortierten Kleidung mitbringen. Der Tauschladen stellt das Teilen in den Fokus und soll nicht als Stelle zur Entgegennahme von „Kleiderspenden“ dienen, sondern als Alternative und Unterstützung, um nicht mehr erwünschte Klamotten nachhaltig in den Kreislauf zurückzuführen. Neben Kleidung sind auch Bücher und Haushaltsgegenstände gern gesehen. Und dürfen genauso gerne mitgenommen werden.
   
Wer ein bisschen Bares übrig hat – Spenden für die Miete und die Freiwilligen, die dabei helfen, den Laden zu erhalten, sind eine nette Geste. Aber kein Muss. Wer ist jetzt schon im Tausch-Rausch?
   
Braunschweiger Str. 80
12055 Berlin
   
Eure Kristina

Zukunft wählen!

Gerade in diesem Moment (24.09.2021; 17:43 Uhr) sitze ich noch leicht verschnupft in meinem Bett und bin platt von meinem Tag. Heute, 2 Tage vor der sehr wichtigen Wahl, hat unsere Jugend uns – die Erwachsenen – gebeten, sich gemeinsam für mehr Klimaschutz einzusetzen. Unfassbar, aber über 50.000 Menschen haben sich heute allein in Berlin getroffen. „Fridays For Future“ geht von 100.000 Menschen in Berlin aus. In 80 Ländern und 350 deutschen Städten waren heute Klimaproteste geplant.
   
Das ist sehr gut. Aber ist das genug?

   

Ich habe viele Eindrücke auf der Demonstration gewinnen können. Besonders ist mir aufgefallen, wie laut und auch verängstigt Kinder und Jugendliche sind. Wie diese uns, die am Sonntag wählen gehen dürfen, bitten, ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. 9-Jährige, die lauthals schreien:
   
„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“
   
Beeindruckt von ihrem Engagement, hörte ich ihnen genau zu. Ich fragte mich, ob sie denn schon verstehen, was sie von sich geben. Ob sie überhaupt die Zusammenhänge nachvollziehen können und ob… STOP! Da war sie: die Arroganz. Die Arroganz, welche ältere gerne gegenüber jüngeren Personen haben. Man selbst weiß ja alles viel besser. Klar, man ist ja auch älter. – So ein Bullshit. Doof zu sehen, dass ich – wenn auch nur kurz, dieselben Fehler gemacht habe wie die Generation meiner Eltern. Ich musste sofort an meine ewigen Diskussionen denken, warum dreimal täglich Fleisch zu essen ökologisch nicht zu vertreten ist. Wie mich die ältere Generation belächelt, wenn ich mir meine Paprika auf den Grill lege. Von Bio-Produkten mal ganz abgesehen.

   



Nahe dem Brandenburger Tor saß eine Gruppe älterer Menschen am Straßenrand: „Omas for Future“, nannten sie sich. Eine Dame hielt ein Schild in die Luft mit der Aufschrift: „Ihr werdet lachen, aber es ist auch noch unsere Zukunft!“ Auf einem weiterem Schild stand: „Wir hören und unterstützen euch!“
Es war sehr schön zu sehen, wie so viele Menschen aus den verschiedenen Altersgruppen sich für mehr Klimaschutz stark machten. Wie wir alle zusammengerückt sind, das Gefühl verbreitet haben, dass wir es gemeinsam schaffen können.
   
Nun bitte ich euch da draußen um eure Unterstützung. Geht am Sonntag wählen und wählt uns allen eine Zukunft.
   
Eure Barbara

Secondhand September


Ok, erwischt, heute ist bereits der 10. September… Die von Oxfam, internationaler Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, ins Leben gerufene 30 Tage-Challenge könnt ihr aber trotzdem noch umsetzen – und entweder einfach bis in den Oktober ziehen oder gleich einen anderen Monat auswählen. Die Idee: 30 Tage lang keine neuen Klamotten kaufen, sondern den Fokus auf Secondhand legen. Also Flohmarkt oder Vintage-Stores statt Shoppingcenter, Secondhand-Plattformen statt Onlineshops. Auch immer unterhaltsam: Freundinnen und Freude zu einer Kleidertauschparty einladen. So gehen, im besten Fall, alle mit alten neuen Schätzen nach Hause, während gleichzeitig gequatscht, gelacht, gegessen und getrunken werden kann. Wer nicht dauerhaft tauschen möchte, kann sich natürlich auch das eine oder andere Lieblingsteil ausleihen, Secondhand auf Zeit quasi.
   
Und hier noch ein paar Tipps für nachhaltiges Shoppen, die auch außerhalb der 30 Tage-Challenge funktionieren: Stellt euch zuerst die Frage, ob ihr das Stück des Begehrens tatsächlich braucht und möchtet oder ob ihr es gerade nur kaufen wollt, weil ihr in Shoppinglaune seid. Reparieren, upcyceln oder spenden statt wegwerfen! Man glaubt manchmal gar nicht, was man – wenn nicht man selbst, dann sicherlich jemand aus dem Freundes-, Familien- oder Bekanntenkreis oder alternativ die Schneiderei – noch alles aus vermeintlich kaputter Kleidung herausholen kann. Und zu guter Letzt: Sustainable Brands statt Fast Fashion, aber das brauchen wir ja eigentlich gar nicht zu erwähnen, denn schließlich seid ihr vermutlich schon auf einem nachhaltigen Weg, wenn ihr unser Blogazine auf der Barbeck-Seite entdeckt habt. Wenn wir schon dabei sind: Nachdem ihr die Challenge erfolgreich gemeistert habt, könnt ihr ja mal überlegen, ob ihr euch vielleicht mal wieder ein langlebiges, nachhaltiges und vielseitig einsetzbares Barbeck-Teil gönnen möchtet ;-)
   
Eure Kristina

App dafür!


Jede/r Deutsche verbringt im Schnitt 24 Jahre, 8 Monate und 14 Tage des eigenen Lebens online – zu diesem Ergebnis führt eine Studie des VPN-Anbieters NordVPN. Und nachdem Barbara hier kürzlich ja bereits von ihrem Experiment „Handyfreie Zeit“ berichtet und erklärt hat, warum auch das mal wichtig ist, könnte man meinen, der folgende Artikel sei ein Widerspruch zu diesem löblichen Ansatz. Eher trifft es aber: Wir setzen noch einen drauf auf die handyfreie Zeit und nutzen die, die wir am Smartphone verbringen, vielleicht noch etwas sinnvoller – und im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltiger. Deshalb möchte ich euch hier drei Apps vorstellen, die zu einem nachhaltige(re)n Leben anregen, und das auf unterhaltsame, spielerische Art und Weise. 


inoqo

   
Sich Gedanken um unseren Planeten zu machen, ist das eine, zu handeln ist dann noch einmal etwas ganz anderes – und der nächste wichtige Schritt. Das 2020 gegründete Wiener Start-up inoqo möchte dabei helfen. Zuerst können die drei für einen selbst wichtigsten Themen ausgewählt werden, darunter beispielsweise „Bye bye Plastik“, Regional statt global“, „Ohne Tier, gönn‘ ich mir“ oder „Bio? Logisch!“. Anschließend wird der eigene Ernährungsweg angeklickt, von Allesesser/in bis Veganer/in. Nach dem Einkauf kann der Bon schließlich in der App gescannt werden und selbige berechnet den CO2 Impact und zeigt an, ob die zuvor festgelegten Angaben und Ziele mit den Zutaten der eingekauften Produkte vereinbar sind. Falls nicht, werden Alternativen vorgeschlagen. Wer nachhaltig handelt, wird mit Punkten belohnt; wer Challenges gewinnt, wie zum Beispiel die „pflanzenbasierte Milch-Challenge“, kann unter anderem auch Vouchers von verschiedenen Unternehmen abstauben. Manchmal reichen als Ansporn vielleicht aber auch schon Infos wie: „Einer Anzahl X an Hühnern wurde durch deinen Kauf von Bio-Eiern ein besseres Leben ermöglicht.“ Aktuell befindet sich die inoqo-App in der Beta-Phase und ist bislang nur mit online findbaren Codes und noch nicht für jede/n frei zugänglich. Zugang zur App gibt´s aktuell mit dem Code: INOQO2021


Codecheck

Produkte checken, gesünder einkaufen! Lebensmittel, Kosmetik, Haushalt & Co. – nicht alles, was gesund aussieht, hat auch gesunde, nachhaltige Inhaltsstoffe. Mithilfe der Codecheck-App können die Barcodes auf den Produkten gescannt werden und sofort werden ein Bewertungskreis und/oder eine Nährwert-Ampel angezeigt. Rot alarmiert bei bedenklichen Inhaltsstoffen, die beispielsweise im Verdacht stehen, Krebs oder Allergien zu erzeugen oder die Umwelt belasten. Bei Lebensmitteln wird über die Nährwert-Ampel die Menge an enthaltenen Fetten, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz angezeigt sowie beispielsweise die Info, ob mit E-Nummern gekennzeichnete Zusatzstoffe verwendet wurden. Bei Bedarf warnt die App auch vor Produkten, die nicht vegan, vegetarisch, gluten- oder laktosefrei sind. Herkunft, Hersteller, Preis und gegebenenfalls Alternativen gibt’s außerdem direkt auf einen Blick. Die Beurteilungen beruhen auf Meinungen unter anderem von Greenpeace, WWF, Food Standard Agency, Verbraucher Initiative e.V., Stiftung für Konsumentenschutz, Natürlich Leben oder Vier Pfoten.


Green Fashion Challenge App

  
 Die Green Fashion Challenge App soll dabei helfen, individuelle Ziele fürs Mode-Shopping festzulegen und zu erreichen – und hat dabei, wie der Namen schon verrät, natürlich nachhaltige Mode im Fokus. An der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt, können Userinnen und User der App beispielsweise angeben, wie hoch bzw. niedrig die Anzahl monatlich gekaufter Fashion-Teile sein soll oder wie hoch der Fair Trade-Anteil sein soll. Jeden Monat werden Punkte gesammelt, es gibt – im besten Fall – Auszeichnungen und damit das Ganze noch spannender wird, können Freundinnen und Freunde eingeladen und herausgefordert werden.  


Nachhaltigkeit par excellence?

Es gibt ein paar Dinge, die wir alle beherzigen können, wenn es darum geht, unserem Planeten etwas Gutes zu tun: den eigenen Müll trennen, falls möglich, beim Einkauf eher zu unverpackten bzw. nicht in Plastik verpackten Lebensmitteln greifen, aussortierte Klamotten nicht in den Müll werfen, sondern spenden, weiter verschenken oder verkaufen, die Waschmaschine erst anstellen, wenn sie auch voll ist… Die Überschwemmungskatastrophe in Deutschland hat uns wohl allen noch einmal vor Augen geführt, wie dramatisch der Klimawandel ist und dass es so nicht weitergehen kann. 
   
Dennoch, und das fällt nicht nur auf Social Media-Plattformen wie Instagram & Co., sondern auch im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis, immer mehr auf: Nicht selten sind Menschen, die selbst oft nicht einmal die einfachen, kleinen Dinge beachten, wenn es um nachhaltiges Leben geht, wiederum die ersten, denen es sauer aufstößt, wenn ein/e Veganer/in dann doch alle sechs Wochen mal ein Ei aus Freiland-Bio-Haltung isst oder jemand, die oder der sonst zu Green Fashion greift, mal ein Shirt einer Modekette trägt – ohne kurz drüber nachzudenken, dass es auch Secondhand auf dem Flohmarkt gekauft worden sein könnte. Leider geht es zu oft nicht darum, sich an die eigene Nase zu fassen, sondern schlicht darum, andere zu kritisieren statt wertzuschätzen, was die Person bereits beachtet. Handlungen zu hinterfragen ist gut und wichtig, das steht außer Frage, aber direktes Angreifen, Drauflosschimpfen und jemanden an den Pranger stellen, „weil sie oder er doch sonst immer so penibel auf alles achtet“, sollte nicht Sinn der Sache sein. Ob das nun Madeleine Darya Alizadeh aka Dariadaria ist, die mit einem Shitstorm kämpfen musste, weil ihre einzelne Süßkartoffel im Ofen zu viel Strom verschwende oder jemand, die oder der nach Möglichkeit immer die Bahn nimmt, dann aber doch einmal im Jahr ins Flugzeug steigt und sofort mit der so genannten „Flugscham“ konfrontiert wird.
   
Der Weg zu einem nachhaltigen Leben ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen funktioniert, sondern peu à peu in den Alltag integriert wird. Und dabei sollte es kein Grund zum Schämen sein, wenn beispielsweise auch aus bestimmten Situationen heraus nicht immer alles 100% wie gewünscht umgesetzt werden kann. Nicht jede/r hat einen „Unverpackt“-Laden um die Ecke, nicht jede/r plant bei Geburtstagsfeiern veganes Essen für die Gäste ein und nicht jede/r kann und möchte beispielsweise mit Baby oder Hund 8 Stunden im Zug statt 1 1/2 Stunden im Flugzeug durchhalten – und das sollte auch mal okay sein. Es ist durchaus schon ein Anfang, wenn eine Person, die bislang dem täglichen Fleischkonsum frönte, umdenkt und häufiger zu vegetarischen Alternativen greift, es ist durchaus schon ein Anfang, einmal die Woche das Fahrrad oder die Öffis zu nehmen statt das Auto, es ist durchaus schon ein Anfang, sich einen Coffee-to-go-Becher zuzulegen statt die Wegwerfbecher zu verwenden. Natürlich ist meistens mehr möglich und wir sollten alle danach streben, Schritt für Schritt noch einen selbigen in Sachen Nachhaltigkeit draufzusetzen, wir sollten aber genauso damit aufhören, andere – öffentlich oder im Privaten – dafür anzugreifen, wenn sie zwischendurch mal aus dem nachhaltigen Rahmen fallen. 
   
Eure Kristina