Wie könnte es anders sein?

Eine Frage, die ich mir sehr häufig gestellt habe und immer noch stelle. Ja, sie hat mir den Schlaf geraubt. Bis ich eines Tages meinen ganzen Mut zusammen genommen und dafür gesorgt habe, das es anders wird. Meinen Weg, Sackgassen und Erfahrungen halte ich hier, in diesem "offenen Tagebuch" fest. 

Wir lesen uns, Barbara 

K wie Knappheit

Das Thema Gas hängt wahrscheinlich vielen von uns gerade schon etwas zu den Ohren heraus, nicht, weil es nicht wichtig sei, sich genug zu informieren und Preissteigerungen einzuplanen, sondern weil gefühlt jeder zweite Artikel mit reißerischen Headlines den sowieso schon vorhanden Stress anfeuert. Deshalb geht es hier nun um eine andere, leider kaum weniger auswirksamkeitsstarke Knappheit: Auch Wasser wird ein immer mehr ins Blickfeld gerücktes Thema – laut Tagesschau sei die Lage im Osten Deutschlands am auffälligsten, Wasserknappheit sollen dort 67% der befragten Kommunen sehen. Während Barbara kürzlich schon ein paar Alltagstipps zum Energie sparen verraten hat – inklusive Wasser sparen beim Duschen – soll es heute darum gehen, wie man mit dem kostbaren Gut auch im Bereich Mode weniger verschwenderisch umgehen kann, Stichwort: Waschen.

Chip Bergh, seit 2011 CEO und Präsident bei Levi Strauss, soll seine Jeans ja angeblich nie waschen. Das wäre für mich persönlich im mancherorts etwas „abgefuckteren“ Berlin in meiner Kreuzberger Hood (liebs trotzdem, oder gerade deswegen), Stichwort U8, klebrige Bars und Co., nicht immer eine Option, aber: Generell gilt – einige Kleidungsstücke müssen viel seltener gewaschen werden als andere. Mit nur einem Waschgang weniger spart man bereits circa 50 Liter Wasser. Und tatsächlich wird empfohlen, vor allem Selvedge-Jeans erst nach rund 100 Mal Tragen zu waschen. Hat die Jeans nur leichte Flecken, kann auch ein Abtupfen, Einweichen oder eine komplette Handwäsche helfen; hat sie ihre Form verloren, reicht es bei vielen neueren Elasthan-Arten, die Denim ein paar Tage liegen zu lassen, sie soll dann, ganz ohne Waschgang, zu ihrem ursprünglichen Fit zurückfinden. Ist es eher der Geruch, der stört, ab ins Eisfach. Auch Wolle muss viel seltener gewaschen werden als gedacht. Die Fasern können Gerüche absorbieren und neutralisieren. Bei störenden Gerüchen sollte sowieso Lüften immer die erste Option sein, bevor die Maschine unnötig angeworfen wird. Wenn es dann doch soweit ist: halbleere Waschladungen vermeiden.

Übrigens – das geht natürlich weit über den Bereich Mode und Waschen hinaus – arbeitet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz  an einer „Nationalen Wasserstrategie“, die Antworten geben soll, wie im Jahr 2050 die Wasserversorgung für Mensch und Umwelt in ausreichender Menge und notwendiger Qualität gesichert werden können soll. Damit stelle man sich den Folgen der Klimakrise. „Das reicht von einem umfassenden Gewässerschutz bis zum sorgsamen, wertschätzenden Umgang mit Wasser als unserem wichtigsten Lebensmittel. Die Strategie richtet sich gleichermaßen an Bund, Länder, Kommunen, Wasserwirtschaft und Bürgerinnen und Bürger, damit ein nachhaltiger Umgang mit Wasser gelingt, erklärt Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Ein paar Ideen der Bürgerinnen und Bürger gab es auch schon, darunter die Einführung eines Labels für wassergefährdende Stoffe auf Produkten, eine Art „Wasserampel“, ähnlich wie der NutriScore. Zudem könnte die Regenwassererfassung im privaten sowie gewerblichen Bereich gefördert werden. Warum nicht Regenwasser zum Balkonpflanzen gießen nutzen oder vielleicht sogar für die eigene Dusche? 
Zumindest im Sommer und für alle Glücklichen mit Garten oder Terrasse ;-)

Drogenrausch

Vor einer Woche habe ich in einer zugegeben ziemlich provokanten Social Media-Story dazu aufgerufen, dass ich auf der Suche nach einer oder einem ProtagonistIn sei, die/der sich vor laufender Kamera anonym Heroin spritzt, welches ich auch bezahlen würde. Natürlich, und zum Glück, wurde ich von vielen Menschen auf diesen Aufruf angesprochen. Man hat gemerkt, dass meine FollowerInnen beim Thema Heroin sehr sensibilisiert sind – die gefährliche Droge kann zu einer Suchterkrankung führen. Den gleichen Post habe ich drei Tage später gemacht, allerdings habe ich hier das Wort „Heroin“ durch „Bier“ und „spritzen“ durch „trinken“ ausgetauscht. Die Reaktionen waren wie zu erwarten: „Geil! Babsi, gibt ne Runde!“, „Klar, mache ich.“, „Ich mache es für 4 Bier!“ und noch viele mehr.

Ist das nicht paradox? Warum fühlen sich Menschen bei der einen Droge so getriggert und die andere Droge wird gefeiert?

Das Gefährliche an Drogen ist die Suchterkrankung, die mit dem Konsum einhergehen kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten der Abhängigkeit: Die substanzgebundene Abhängigkeit (Alkoholsucht, Heroinsucht, ...) und die substanzungebundene Abhängigkeit (sogenannte Verhaltenssüchte, Magersucht, Sexsucht, ...).

Nun ist es so, dass man in einigen Ländern zum Beispiel bei einem Hüftbruch über Wochen, manchmal sogar über Monate, Diamorphin verabreicht bekommt, was nichts anderes ist als: Heroin. Diamorphin ist sogar um einiges stärker als Heroin, welches man auf der Straße bekommt, da es nicht mit Streckmitteln verunreinigt ist. Jetzt könnte man natürlich meinen, dass alle Menschen nach einer Hüftoperation zum Junkie werden. Das ist aber nicht der Fall.

Unser aktuelles Verständnis zum Thema Abhängigkeit beruht auf eine Reihe von Experimenten, die Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden. Hierzu hat man Ratten alleine in einen Käfig gesperrt und ihnen zwei verschiedene Trinkflaschen vorgesetzt. Die eine war mit purem Leitungswasser gefüllt, die andere wurde mit Heroin oder Kokain versetzt. Viele Ratten entwickelten eine Sucht nach dem Drogenwasser und tranken es so exzessiv, bis sie starben.

Der Psychologieprofessor Bruce Alexander bemängelte, dass die Ratten einzeln in die Käfige gesperrt wurden. So folgte in den 70ern ein neues Experiment: Er baute ein „Rattenparadies“ mit tollem Untergrund und viel Spielzeug, diesmal wurden die Ratten außerdem nicht alleine, sondern mit anderen Ratten zusammen gehalten. Es gab wieder zwei Trinkflaschen, eine mit Leitungswasser, die andere wurde mit Drogen versetzt. Das Ergebnis war verblüffend. Die Ratten zeigten kaum Interesse an dem Drogenwasser. Keine von ihnen trank es zwanghaft oder starb an einer Überdosis.

Im Vietnamkrieg konsumierten 20% der amerikanischen Truppen regelmäßig Heroin. Man befürchtete, dass Amerika nach Ende des Krieges ein großes Problem mit Heroin-Abhängigen bekommen würde. Aber dem war nicht so. Die meisten hörten auf, nachdem sie wieder zu Hause sein konnten. Viele hatten nicht einmal Entzugserscheinungen. Mit unserem traditionellen Verständnis von Abhängigkeit können wir uns das nicht erklären, mit der Theorie von Professor Alexander schon. Anscheinend spielt nicht nur die Substanz eine wichtige Rolle, sondern auch der Käfig, indem man sich befindet.

Die meisten von uns kennen es bestimmt. Hier mal ein Glas Wein, da mal eine Flasche Sekt. Das Bier schmeckt doch auch einfach zu gut. Viele von uns, und auf jeden Fall auch ich, haben schon einmal so viel getrunken, dass sie die Kontrolle über den eigenen Körper verloren haben. Filmriss – aber der Abend war so lustig.

Vor einiger Zeit habe ich für über neun Monate komplett auf Alkohol verzichtet. Mir war nicht danach. Ich war psychisch und gesundheitlich nicht so auf der Höhe und wollte mich auf meine Genesung konzentrieren. Als ich anfing, nüchtern zu bleiben und auf Partys, Hochzeiten, Geburtstagen und auch beim gemeinsamen Dinner keinen Schluck Alkohol zu trinken, war mir nicht bewusst, dass das schwierigste dabei die Fragen der anderen sein würden: „Wie, du trinkst nichts?“ – abwertende Blicke – „Also einen kannst du ja wohl mit trinken!“, „Barbara, wann bist du denn so langweilig geworden?“ Ich musste mich pausenlos rechtfertigen, warum ich auf diese Droge verzichte. Die meisten haben immer wieder versucht, mich umzustimmen, doch mit ihnen zu trinken. Es war für sie ein größeres Problem, dass ich nüchtern bleiben wollte, als für mich. 

Aber was ist, wenn ich alkoholkrank werde? Habe ich dann immer noch einen Platz in unserer Gesellschaft verdient? 

Ich möchte mich selbst hier nicht rausnehmen. Ich habe selber auch schon oft genug Leute zum Trinken ermutigt. Oft, ohne drüber nachzudenken, was das eigentlich bedeutet.

An dieser Stelle frage ich mich gerade, was passiert mit dir, was fühlst du, wenn wir den Alkohol durch eine andere Droge ersetzen. Zum Beispiel Heroin. Stell dir vor, die Leute hätten zu mir gesagt: „Wie, du spritzt nicht?“ – abwertende Blicke – „Also einen Schuss kannst du ja wohl setzen!“, „Barbara, wann bist du denn so langweilig geworden?“

Für mich fühlt sich beides nicht gut an. Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass Alkohol eine anerkannte Droge ist. Wir missbrauchen sie oft schon im jungen Alter, ohne genau zu wissen, was wir uns damit antun. Ein Bekannter von mir, Allgemeinmediziner, antwortete auf meine Frage, was schlimmer sei, Heroin oder Alkohol mit: „Barbara, beides ist scheiße. Als ich verstanden habe, was Alkohol mit meinem Körper anrichtet, habe ich keinen Schluck mehr getrunken.“

Alkoholsucht ist ein großes Problem in Deutschland. 7,9 Millionen Menschen der 18- bis 64-Jährigen konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Ein problematischer Alkoholkonsum liegt bei etwa 9 Millionen Personen dieser Altersgruppe vor (ESA 2021). Dabei schätzt die Drogenbeauftragte des Bundes, dass in Deutschland 120.000 Heroinsüchtige leben. 

Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir Abhängigkeit neu betrachten. Dass wir aufhören, Drogen zu differenzieren und uns auf das eigentliche Problem konzentrieren: die Suchterkrankung, die solche Substanzen mit sich bringen. Anstatt Menschen dabei zu helfen, gesund zu werden und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, werden sie von der Gesellschaft ausgeschlossen und verachtet. Wir bestrafen sie mit Gefängnis. Ja, wir stecken sie in Käfige.

Wir übersehen dabei oft die Rolle der Gesellschaft, die bei dem ganzen Prozess mit verantwortlich ist. Wir sollten aufhören, Menschen so schnell zu verurteilen und ihnen erst mal zuhören.

#EMPATHIE

Wir lesen uns, Barbara


R wie Resteverwertung

Ob Nahrung, Getränke, Kleidung… Es wird viel zu viel einfach in den Müll geworfen. Dabei ließe sich daraus häufig noch einmal etwas Leckeres, etwas Schönes oder Praktisches machen, Stichwort: Resteverwertung. Wenn abgetragene Kleidungsstücke nicht mehr gut genug sind, um sie zum Beispiel weiter zu verschenken oder zu verkaufen, kann man sie zumindest teilweise oft noch dazu nutzen, kleine Täschchen, Geldbörsen, Tücher oder andere Accessoires aus ihnen zu machen. Upcycling lautet hier das Stichwort. Das Thema Resteverwertung ist im Bereich Lebensmittel besonders wichtig, angefangen beim Mindesthaltbarkeitsdatum.

Wie der Name es eigentlich schon verrät, müssen Lebensmittel in den seltensten Fällen genau an diesem Datum entsorgt werden, sehr häufig halten sie sich noch (lange) darüber hinaus. Die Zahlen geben an, bis zu welchem Datum das Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Konsistent oder Farbe mindestens! behält. Sehr viel länger als angegeben genießbar sind häufig beispielsweise Eier, Milch, Marmelade, Brot, Nudeln und Reis oder auch Tofu. Bei Eiern lässt sich der Trick anwenden, sie in ein Glas mit kaltem Wasser zu legen – sinkt das Ei bis auf den Boden, ist es noch haltbar, schwimmt es oben, lieber die Finger davon lassen. Bei Milch kann man wohl mit am einfachsten von allen Lebensmitteln an Geruch und Konsistenz erkennen, ob sie noch genießbar ist.

Anders sieht es beim Verbrauchsdatum aus. Lebensmittel mit dieser Angabe sollten nach Ablauf des Datums aus gesundheitlichen Gründen tatsächlich nicht mehr gegessen werden.

Wer beispielsweise nach einem Dinner für Freundinnen und Freunde noch etwas übrig hat, wer sich beim Wocheneinkauf verschätzt hat oder sich nach dem Einkauf doch noch einmal umentscheidet, was gekocht werden soll, kommt ebenfalls mit dem Thema Resteverwertung in Berührung. Statt Essensreste wegzuwerfen: Einen mit (veganem) Käse überbackenen Auflauf kann man eigentlich aus allem zaubern, ebenso wie Bratlinge oder (Gemüse-)Suppen. Außerdem finden sich online mittlerweile viele Apps und Websites, auf denen man eingeben kann, was man an Zutaten Zuhause hat. Anschließend werden einem entweder Rezepte aus ausschließlich diesen Resten vorgeschlagen – oder solche, für die man im Supermarkt noch ein paar wenige zusätzliche Lebensmittel ergänzend besorgen muss. Restegourmet und Zu gut für die Tonne! sind zwei dieser hilfreichen Apps. 
Happy cooking!

Eure Kristina

D wie „Do it Yourself!“

Selber machen statt neu kaufen! Ein wichtiger Ansatz für einen grünen Lebensstil. Es geht dabei nicht nur um die oben genannten Putzmittel oder um selbstgemachte Kosmetik, sondern auch um das Reparieren von beispielsweise Kleidung oder Geräten und Möbelstücken – statt diese neu zu kaufen. Selber kochen ist auch hier ein wichtiger Ansatz. So kannst du entscheiden, welche nachhaltigen Lebensmittel verwendet werden. Das Tolle an DIY ist, dass du sowohl Ressourcen als auch Geld sparen kannst.


E wie Energie sparen

Den Fernseher ausschalten statt auf Standby. Steckdosenleisten mit Ausschalter. Den Sicherungskasten ausschalten, wenn man in den Urlaub fährt. Es gibt einige Wege, wie man Energie sparen kann. Aber was bringt es genau? Und wie funktioniert es? Fakt ist:
29% des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Privathaushalte. Dass ein Haushalt in einem Mehrfamilienhaus rund 300 Euro Stromkosten im Jahr sparen kann. Dass wir 67% unseres Energieverbrauchs im Haushalt fürs Heizen benötigen.
Also fangen wir doch erst einmal damit an, Energie beim Heizen zu sparen:
 
Duschkopf wechseln:
Wassersparende Duschköpfe haben einen kleineren Kopf und so wird das Wasser gebündelt. Einige Modelle besitzen sogar einen Durchflussbegrenzer. So kann man bis zu 30% Warmwasserkosten sparen.
 
Kürzer und kälter Duschen:
Für angenehm warmes Duschwasser wird viel Energie verwendet. Sobald wir unsere Duschzeit reduzieren, zum Beispiel auf höchstens fünf Minuten und nur ein wenig die Wassertemperatur senken, können wir nicht nur Warmwasser sparen, sondern auch Energie.
Unsere Umwelt und unsere Haut werden es uns danken.
 
Was ein Grad weniger Heizen alles bewirkt:
Bereits ein Grad weniger spart bis zu 6% Energie. Also abends ruhig mal die Heizung etwas runterstellen. Ein etwas kälteres Schlafzimmer sorgt übrigens auch für besseren Schlaf.
 
Auch ein Heizkörper braucht Luft zum Atmen:
Damit ein Heizkörper effizient arbeiten und sich die Wärme verbreiten kann, darf er nicht von Möbelstücken oder Vorhängen verdeckt werden.
 
So können wir locker bis zu 12% Energie sparen:
 
Fenster und Türen abdichten:
Wenn wir unsere Türen und Fenster abdichten, sparen wir viel Energie und nebenbei auch richtig Geld. Die elastischen Dichtungsbänder sind preisgünstig – und bringen viel! Besonders bei unbeheizten Räumen, wie zum Beispiel dem Keller, lohnen sich solche Abdichtungen, aber auch an der Wohnungstür zum eventuell kalten Treppenhaus sind sie sinnvoll.
 
Richtig lüften:
So lüften wir effizient: Heizung kurz ausschalten, Fenster weit öffnen, Innentüren ebenfalls aufmachen – und so einmal ordentlich für fünf bis zehn Minuten durch- und im Idealfall mit geöffneten Türen querlüften. Ineffizient lüften wir hingegen, wenn wir Fenster den ganzen Tag gekippt lassen. Dann kühlen auch die Möbel aus, entsprechend braucht unsere Heizung abends mehr Energie.

Die nächste Welle…

…dabei geht es diesmal ausnahmsweise nicht um die Corona-Pandemie, sondern ums Klima. Die Hitzewelle ist in vollem Gange, die Feuerwehr mancherorts im Dauereinsatz – dass der Klimawandel und (zu) heiße Temperaturen zusammenhängen, dürfte wohl den meisten klar sein. Dass sich alsbald etwas an unser aller Leben ändern muss, lässt sich auch nicht (mehr) bestreiten. Aufgrund der akuten Waldbrandgefahr ist es aktuell aber besonders wichtig, einige Dinge zu beachten, um selbige nicht noch zusätzlich, im wahrsten Sinne des Wortes, zu befeuern. 
 
1. Von März bis Oktober besteht striktes Rauchverbot in Wäldern, in einigen Bundesländern sogar das ganze Jahr. Aktuell ist es doppelt so wichtig, das auch zu befolgen. Bis zu 100 Euro kann es übrigens kosten, wenn man sich vermeintlich gut versteckt zwischen den Bäumen doch ein Kippchen anzündet.

2. Grillen gehört sicherlich zu beliebtesten Sommeraktivitäten, aber auch hier gilt: nicht im Wald, außer ihr findet eine gekennzeichnete Feuerstelle. Das gilt auch für Lagerfeuer. 

3. Weniger offensichtlich: Wer mit dem Auto aus der Stadt rausfährt, für einen schönen Spaziergang, mit oder ohne tierische Begleitung, sollte darauf achten, nicht auf Grasflächen zu parken. Auch so können Feuer entfacht werden, beispielsweise durch heiße Abgasanlagen.

Der Hitzerekord in Deutschland soll übrigens bei 41,2 Grad liegen, auf diese Temperatur soll das Thermometer 2019 geklettert sein. Am 20. Juli dieses Jahr wurden 39,5 Grad gemessen. Solche Hitzewellen, wie wir sie aktuell erleben, werden in Zukunft wohl immer häufiger auftreten. Bis 2060 mindestens, unabhängig von den Klimaschutzbemühungen, sind sich Expertinnen und Experten sicher. Das heißt aber keinesfalls, dass wir selbige vernachlässigen sollten!


Französische Erdbeertarte

Um sich noch mehr Frankreich-Flair nach Hause zu holen, könnt ihr den Teig auch in kleine Tartelettes-Formen füllen. Diese kleinen Erdbeer-Törtchen (Tartelettes aux fraises) sind ein Klassiker in fast jeder französischen Bäckerei. Achtet beim Backen jedoch darauf, dass ihr den Teig schon nach 15 Minuten aus dem Ofen holt, das restliche Rezept könnt ihr übernehmen. 

Zutaten für 1 Kuchen oder 7 Tartelettes


Für den Teig:

240 g Weizenmehl

90 g Margarine

60 g Zucker

8 g Vanillezucker (1 Päckchen)

Salz

50 ml pflanzliche Milch (z.B. Hafer- oder Reismilch)

Hülsenfrüchte zum Blindbacken (z.B. Linsen)


Für den Belag:

500 g frische Erdbeeren

1 Packung Vanillepuddingpulver

500 ml Hafermilch

40 g Zucker


Vorgehen (30 Minuten Zubereitungszeit / 1 Stunde Wartezeit)


1. Den Ofen auf 180° Ober- und Unterhitze vorheizen.


2. Für den Teig, die Margarine, 60 g Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer großen Schüssel verrühren. Danach das Mehl und 50 ml pflanzliche Milch dazugeben, miteinander verrühren und alle Zutaten so lange mit den Händen verkneten, bis ein glatter Teig entstanden ist.


3. Eine große Quiche-Form mit Margarine einfetten und den Teig darin verteilen. Ein Backpapier auf den Teig legen und mit ca. 2 Händen voll Linsen zum Blindbacken beschweren.


4. Den Kuchen auf mittlerer Schiene für 20 Minuten backen. Erst wenn der Kuchen vollständig abgekühlt ist, die Linsen und das Backpapier entfernen. (Die Linsen können nach dem Backen ganz normal für weitere Rezepte aufbewahrt werden.)


5. Für den Belag, den Pudding mit der Hafermilch und dem Zucker nach Packungsanleitung kochen und anschließend in eine kleine Schüssel umfüllen. Wenn ihr sofort eine Frischhaltefolie auf die oberste Schicht des heißen Puddings legt und bis zum Rand abdichtet, verhindert ihr, dass sich eine Haut auf dem Pudding bildet.


6. Wenn der Pudding vollständig abgekühlt ist, könnt ihr ihn noch einmal verrühren, sodass er schön cremig wird. Abschließend den Pudding auf dem Kuchenboden verteilen und mit geschnittenen Erdbeeren garnieren.


Die Erdbeertarte sollte am besten frisch gegessen werden.




Ein tolles Rezept von Tina´s veganem Blog "Food For Nomads" 

Geben und nehmen

„Was auf den Teller kommt, wird gegessen!“ – ein mittlerweile sicherlich etwas veralteter Spruch, der vor allem Kindern gegenüber früher häufig gesagt wurde, wenn es um Frühstück, Mittag- oder Abendessen geht. Natürlich soll niemand zum Essen gezwungen werden, der Ansatz ist dennoch nicht verkehrt: Wir verschwenden zu viele Lebensmittel. In Deutschland sind es wohl schätzungsweise rund 150 Gramm pro Kopf pro Tag, in der Schweiz sogar nochmal gut 100 Gramm mehr…

Mit Apps wie „Too good to go“ und den so genannten SOS-Tüten mit Lebensmitteln, die bei verschiedenen Liefer- oder Abholdiensten für deutlich günstigere Preise eingekauft werden können, bevor sie aussortiert würden, ist schon mal ein guter Schritt getan. Ich liebe zum Beispiel die Überraschung, welche Waren mich jedes Mal erwarten – und wenn das dann Dinge sind, die ich sonst vielleicht übersehen oder mir aus Kostengründen nicht kaufen würde, noch besser. In der Schweiz hatte man nun eine weitere Idee.

Wenn der eigene Kühlschrank gut gefüllt ist, man sich dann aber doch fürs Restaurant entscheidet, zum Dinner eingeladen wird oder vor einem anstehenden Urlaub einfach zu viel gekauft hat, wandern die Lebensmittel schnell mal nach ganz hinten und enden letztlich in der Tonne. Viel zu schade, denn bestimmt hätte jemand anders sie verwerten können. Deshalb hat Madame Frigo, ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Luzern, den Einfall, in der Schweiz öffentlich zugängliche Gemeinschaftskühlschränke aufzustellen, die allen Interessierten als Tauschplattformen zur Verfügung stehen. Erlaubt sind Obst und Gemüse, Brot sowie verschlossene Produkte, die das Verbrauchsdatum noch nicht erreicht haben. Nicht erlaubt sind Fleisch, Fisch, Alkohol sowie schon geöffnete oder verarbeitete Produkte.

So genannte „Kühlschrankgottis“ übernehmen die Betreuung und Pflege der Kühlschränke und kontrollieren die Inhalte. Die Benutzung der Kühlschränke erfolgt dennoch eigenverantwortlich. 102 Standorte gibt es bereits, das Gros in Zürich und Bern, weitere sollen folgen. Ohne die Zusammenarbeit mit Freiwilligen wäre das Projekt nicht möglich. Wer also helfen möchte oder vielleicht sogar selbst einen Gemeinschaftskühlschrank aufstellen und betreuen möchte – hier könnt ihr Kontakt aufnehmen. Habt ihr so etwas schon mal Deutschland oder anderen Ländern gesehen?

Was 

zum 

Nach

denken…

Wir leben auf Pump! Vielleicht kennt das die/der eine oder andere aus dem Privatbereich, wenn man sich doch mal wieder etwas gegönnt hat, das Konto aber eigentlich schon am Limit ist – ganz vielleicht schreibe ich hier aus eigener Erfahrung… Das ist zwar nicht empfehlenswert, hat aber meist keinen allzu negativen Einfluss auf die Welt. Anders verhält es sich mit den ökologischen Ressourcen der Erde.

Eigentlich sollte die Menschheit nur so viel verbrauchen, wie die Erde auch nachproduzieren kann, allerdings: Vor wenigen Tagen war in Deutschland Earth Overshoot Day, Erdüberlastungstag. Bereits an Tag 125 des Jahres 2022 haben wir hierzulande alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die bei einer nachhaltigen Nutzung eigentlich für das ganze Jahr hätten reichen sollen. Es wurde also circa drei Mal so viel verbraucht wie es im besten Fall hätte sein sollen. Die Gründe liegen unter anderem im hohen Energieverbrauch, in der CO2-Belastung und der Massentierhaltung. 

Es gibt auch Länder bzw. Staaten, die ihre Ressourcen noch früher aufgebraucht haben als Deutschland – teilweise war es mancherorts schon im Februar soweit. Jamaika hingegen wird wohl erst im Dezember den Tag X erreichen, Chapeau! Der weltweite, länderübergreifende „Earth Overshoot Day“ fiel 2021 übrigens auf den 29. Juli. Ob er dieses Jahr noch früher „stattfindet“?

Was man als Einzelperson tun kann, ist eigentlich klar – u.a. weniger tierische Produkte konsumieren, öfter Secondhand kaufen, das Fahrrad statt das Auto nehmen, den Zug statt den Flieger, No waste-Produkte bevorzugen, nachhaltige Produkte wählen… Manchmal verdeutlichen Zahlen, wie die oben genannten, noch einmal konkret und greifbar, was wirklich schiefläuft. Vielleicht regen sie ja jemanden zum (erneuten) Nachdenken an…

Eure Kristina

Saisonkalender - April

Endlich, der Frühling ist da und somit steigt auch die Vielfalt an saisonalen Produkten und heimischem Gemüse allmählich. Vor allem auf Spargel kannst du dich freuen. Ob pur, als Risotto oder im Salat – die Stange hat einiges zu bieten und ist wahnsinnig gesund. Bei den Kräutern gesellt sich vor allem Brennnessel, Dill und Waldmeister hinzu. 

Saisonales Rezept



Spaghetti mit Bärlauchpesto und grünem Spargel


Zutaten
   

200 g Spaghetti 
2 Bund Bärlauch
 4 EL Olivenöl 
 2 EL Pinienkerne 
 300 g  Spargel, grün
 ½ Knolle Fenchel 
 2 EL Crème fraîche 


   
   
Zubereitung
   

Den Bärlauch abspülen und trocken tupfen. In einen hohen Becher geben, ein bisschen Salz dazugeben und das Olivenöl darauf gießen. Die Pinienkerne in einer Pfanne goldbraun rösten (ohne Fett) und zu dem Bärlauch geben. Mit dem Stabmixer zu einer feinen Masse pürieren. 
 
 Den Spargel putzen und in mundgerechte Stifte schneiden. Den Fenchel nach dem Abspülen in feine Scheiben schneiden.
 
 Das Wasser für die Nudeln aufsetzen. Während diese kochen, in einer Pfanne etwas Öl erhitzen und den Spargel etwa 8 Minuten mit in der Pfanne dünsten. Dann den Fenchel dazugeben und bis zum gewünschten Garpunkt braten. Zuletzt 2 EL Crème fraîche und das Pesto mit in die Pfanne geben. 
 
 Die Nudeln abgießen und ebenfalls in die Pfanne füllen. Alles gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.





veganer Rhabarberkuchen


Zutaten
   

500 g Rhabarber, geschält und in Stücke geschnitten.
2 EL Kokosblütenzucker 
150 g Rohrzucker 
300 ml Sojamilch (Sojadrink) 
6 EL Pflanzenöl 
250 g Dinkelmehl 
10 g Weinsteinbackpulver 
1 Pck Vanillepuddingpulver 


 
   
Zubereitung
   

 Den Rhabarber mit dem Kokosblütenzucker mischen und zur Seite stellen. Den Rohrzucker in der Sojamilch auflösen, das Pflanzenöl dazugeben. Mehl, Backpulver und Puddingpulver gut mischen. 
 
 Jetzt die Mehlmischung zur Sojamilchmischung geben und alles mit einem Handrührgerät gut verrühren. Es sollten Blasen im Teig sichtbar sein. 
 
 Den Backofen auf 175 °C vorheizen. Eine Springform mit Backpapier auslegen und die Seiten einfetten. Den Rhabarber zum Teig geben, nochmal alles verrühren und in die Springform füllen. Mit Heißluft bei 175 °C 30 Minuten backen. 
 
 Den Kuchen aus dem Ofen holen und ca. 15 Minuten in der Form kühlen lassen. Dann den Springformrand, falls nötig, vorsichtig mit einem Messer lösen und entfernen. Den Boden erst entfernen, wenn der Kuchen vollständig ausgekühlt ist. 


  

Tag der Erde

Auch wenn eigentlich jeder Tag „Earth Day“ sein sollte – es ist trotzdem eine wichtige Aktion, am 22. April, dem „Tag der Erde“, mit kreativen Umweltprojekten auf Themen wie Nachhaltigkeit und die „Wiederherstellung“ des Planeten und seiner Ökosysteme aufmerksam zu machen! Das Motto 2022 lautet in Deutschland: „Deine Kleider machen Leute. Nachhaltig, Bio & Fair steht Dir und der Erde besser.“ Dabei geht es um die Menschen, die unsere Kleidung produzieren, um die Natur und nicht zuletzt auch um die Personen, die die Kleidung tragen. Jede und jeder kann etwas Gutes tun, ob privat oder beruflich – angefangen dabei, darauf zu achten, wie die eigene Kleidung hergestellt wird bis hin zum Waschen oder letzten Endes zum Entsorgen von selbiger.

Die Initialen der der Non-Profit-Organisation Earth Day International tragen zugleich die Philosophie in sich: Das „E“ steht für „Erziehung“, hin zu umweltbewusstem Handeln, ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Aktionen, um mit positivem Beispiel voranzugehen. Das „D“ steht für Dialog, damit Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht und umgesetzt werden können, während das „I“ auf die Initiative hinweist, denn die bewirkt Veränderungen. So veranstaltet die Non-Profit-Organisation beispielsweise „Earth Day“-Workshops in Schulen, setzt Seminare und Workshops in Unternehmen um und übernimmt Sponsorships für Umweltprojekte.

Ein Zukunftsprojekt, das der Organisation am Herzen liegt, ist das Projekt Bee2025, zu dem man recht einfach beitragen kann: Bienen brauchen Futter – bei der nächsten anstehenden Balkon- oder Gartenbepflanzung könnt ihr also ein Augenmerk darauf legen, Kräuter und / oder Pflanzen danach auszuwählen und die Entscheidung für bienenfreundliches Grün zu treffen. Außerdem kann der Anstoß gegeben werden, mehr bienenfreundliche Blumen im öffentlichen Raum zu verbreiten und generell keine Pestizide zu verwenden. Auch eine Option: Bienenpatin oder -pate werden. Für einen überschaubaren jährlichen Beitrag im meist zweistelligen Bereich gibt’s je nach Organisation beispielsweise eine persönliche Patenschaftsurkunde, ein Glas Honig und eine Saat-Tüte mit einer bienenfreundlichen Blühmischung. Euer bezahltes Geld wird unter anderem in den Schutz und die Pflege der Bienen sowie in die Schaffung ihrer Lebensräume investiert.

Alle weiteren Infos zum „Earth Day“, der bereits im Jahr 1970 als spontane Studentenbewegung in den USA entstand, findet ihr unter anderem auf der Website der Non-Profit-Organisation sowie hier.


(Foto: https://earthday.de, 22.04.2022)

H2O

Es regnet. Die Regentropfen klopfen an die Scheiben. Ich schaue aus dem Fenster und beobachte, wie einer der Tropfen das Fenster hinunter tanzt. Es sieht wunderschön aus. So wertvoll. So wichtig. Ja, fast wie ein Wunder. Jetzt könnte man sagen, es ist doch nur ein Tropfen Wasser, aber es ist doch viel mehr.


Um Wasser zu verstehen, müssen wir in die Vergangenheit reisen. Vorbei an der Renaissance – an Dante Alighieri, der gerade seine „Göttliche Komödie“ in Florenz schreibt. Vorbei an den Kriegen und Schlachten, die geführt werden. Wir reisen weiter und winken Kleopatra zu, die gerade in ihrer Wanne sitzt und im Wasser badet – ah nein, sie bevorzugt ja Milch. Steinzeit, Eiszeit und seht dort, große Echsen besiedeln das Land – wir taufen sie Dinosaurier und reisen weiter bis:


BÄMM!!! DER URKNALL!! THE BIG BANG! (Randnotiz: Theorie)


Zeit, Raum und Materie entstehen und das Universum expandiert. Es bildet sich ein neuer Protostern, mit einem wunderschönen Ring aus Gas und Staub. Daraus bildet sich ein Planet - ein Feuermeer aus geschmolzenem Gestein. Heute, 4,5 Milliarden Jahre später, sagen wir Erde zu diesem. Ein junger Plant namens Theia nährt sich unserer Erde...


… und kollidiert mit ihr. Beim Einschlag werden jede Menge Bruchstücke in die Umlaufbahn der Erde geschleudert, welche sich zu einem neuen Planten formen, zu unserem Mond. Asteroiden bombardieren im Sekundentakt unsere Erde. Im Gepäck haben sie die kostbarsten Sachen. Gold, Silber - aber auch: Wassertropfen. Es waren so viele Asteroiden, dass sich unsere Erde nach und nach mit Wasser füllt. Ein flacher, heißer Ozean entsteht. 55 - 88 Grad Celsius heiß. Mikroorganismen fühlen sich hier sehr wohl. Die Erde kühlt sich ab und den Rest der Geschichte kennt ihr.


Nun sitze ich hier und schaue auf den Tropfen Wasser an der Scheibe und versuche mir vorzustellen, wie unfassbar alt dieser ist. Die Sonne kommt raus. Scheint durch mein Fenster und weg ist er. In Luft aufgelöst. Einfach verschwunden. So simpel die Aggregatzustände gasförmig, flüssig und fest auch sind, umso faszinierender ist doch die Verwandlung. Ich meine, eigentlich kennt man solche übermenschlichen Fähigkeiten doch nur von Superhelden oder Superheldinnen. 


Ist Wasser ein Superheld und keiner hat es bisher bemerkt? 


Nein, ich glaube nicht, denn ein Superheld rettet doch Leben... 
- aber, ohne Wasser wäre ja auch kein Leben möglich. Ich meine, der menschliche Körper besteht zu circa 65% aus Wasser. Keine Blume, kein Obstbaum, kein Getreide, nichts würde ohne Wasser überleben. 


Aber, ein Superheld hat immer ein tolles Kostüm...


Hast du dir schon einmal eine einzelne Schneeflocke angeschaut? 
Wie wunderschön sie aussieht? 
Was fühlst du, wenn du am Strand sitzt und einfach nur auf das Meer blickst? Ganz still dem Wasser zusiehst? Oder an die beschlagende Duschscheibe ein Herz malst? Ich glaube, ich könnte kein Kostüm designen, was solch eine Schönheit und solche Gefühle hervorrufen würde.

Wie auch ein Superheld, muss Wasser jeden Tag kämpfen. Gegen uns. Uns Menschen. Wir beschmutzen und vergiften es mit unseren Chemikalien. Wir verschwenden es. Wir beuten es regelrecht zum Beispiel für unseren Fleischkonsum aus. Warum? Weil es für uns eine Selbstverständlichkeit geworden ist? Weil wir den Wert des Wasser nicht erkennen können? 

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, Wasser wird unsere Zukunft sein. Irgendwann werden wir hoffentlich alle mit Wasserstoff fahren und wir werden immer etwas trinken und essen wollen.

Also ist es dann wirklich so ratsam, dass wir so drastisch in den Kreislauf des Wassers eingreifen?

Oder sollten wir zu Abwechslung nicht auch einmal ein Superheld sein und unser Wasser retten.


Wir lesen uns,
eure Barbara


Zwei Gedankengänge habe ich noch:

1. Glaubt ihr, Kleopatra hätte auch in Milch gebadet, wenn sie gewusst hätte, wie wertvoll Wasser ist?

2. Findet ihr den Gedanken auch so lustig, wenn ihr euch vorstellt Dinosaurier Urin zu trinken?




Saubere Sache!


Okay, erst einmal steht zwar noch das Oster-Wochenende an, aber dennoch könnt ihr euch das darauffolgende Wochenende schon einmal im Kalender notieren – wenn ihr in Berlin lebt oder durch Zufall zu Besuch seid: Am Samstag, den 23. April, findet der Auftakt der CleanUp Saison 2022 am Berliner Landwehrkanal statt! Clean River Project e.V. möchte gemeinsam mit euch – bzw. uns – den Landwehrkanal von Plastik- und anderem Müll befreien.

Gesammelt wird auf dem Wasser und am Ufer. Clean River Project e.V. stattet die Helferinnen und Helfer mit Utensilien wie Müllsäcken, Handschuhen und Greifern aus, darüber hinaus gibt’s ein paar Stand Up Paddle Boards vom StandUpClub Berlin für erfahrene Paddlerinnen und Padler, die mit eigenem Trocken-/Neoprenanzug ausgestattet sind. Kayaks gibt es von Kayak Berlin Tours. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, bei einem Getränk mehr über das Clean River Project zu erfahren.

Los geht’s um 14 Uhr am Carl-Herz-Ufer mit einer Begrüßung, dem Verteilen der Müllsammelutensilien und einer Paddeleinweisung. Um 14.15 Uhr beginnen die Paddeltour und das Müllsammeln bis zum Dreiländereck, um 16.30 Uhr wird dort ein Gruppenfoto der Paddlerinnen und Paddler geknipst. Anschließend wird der Müll abgeladen, es gibt eine Verlosung, ein Gruppenfoto und einen gemeinsamen Ausklang. Hier könnt ihr euch registrieren; Fragen könnt ihr an events@cleanriverproject.destellen. 

Hauptstadt-Hilfe


Aktuell fühlt es sich manchmal vielleicht komisch an, sich ganz nebenbei und ganz selbstverständlich Dinge zu gönnen wie einen Snack hier, einen Drink da… Während am Hauptbahnhof Geflüchtete aus der Ukraine eintreffen, die nur noch das haben, was sie zusammenpacken und mitnehmen konnten. Neben direkten Geld- oder Sachspenden gibt es in Berlin viele schöne Möglichkeiten kleiner und großer Unternehmen, das Kaufen zwischendurch mit einer Spende zu verbinden.

Trinken für einen guten Zweck könnt ihr zum Beispiel im Frühstück 3000. Alle Erlöse des Kyiv Mule (Wodka+Matcha+Lime+Ginger Beer) gehen, solange der Krieg andauert, an World Central Kitchen, eine Organisation, die warme Mahlzeiten in der Ukraine für Geflüchtete zur Verfügung stellt.⠀

Die Backmanufaktur Maitrevite spendet noch bis zum 31. März 2022 je einen Euro pro verkauftem Butter-Pfannkuchen an die Ukraine-Hilfe Berlin.

Märkisches Landbrot aus Berlin hat ein „Peace“-Brot aus der Taufe gehoben. Von jedem verkauften Brot gehen 0,50 Euro an Fundacja Ocalenie. Speziell bei der Bio Company gehen die Spenden an die Ukraine-Hilfe Berlin e.V.

Calm Coffee Berlin verkauft „Ukraine Limonade“ in den Farben der ukrainischen Flagge für 5 Euro. Die Hälfte des Erlöses wird an Aktion Deutschland hilft gespendet.

In Berlins Hundecafé FellFreunde gibt’s blau-gelbe Cupcakes, von deren Erlös jeweils ein Euro an Be an Angel e.V. gespendet wird.

„Blumen statt Worte“ heißt es bei Marsano Berlin. Der Erlös des schönen gelben Frühlingsstraußes ab 60 Euro, der exklusiv in der deutschen Hauptstadt geliefert wird, geht an die Hilfsorganisation Help for Ukraine Berlin. Die Aktion läuft noch bis mindestens zum 1. April 2022.

Der Berliner Designer Kilian Kerner präsentierte letzte Woche während der Berlin Fashion Week seine neue Kollektion – mit einem besonderen Finale, bei dem er gemeinsam mit allen Models und Mitarbeitenden in schwarzen „Peace“-Hoodies auf den Laufsteg kam, während im Hintergrund Videos mit rund 100 „Stop the war“-Botschaften liefen. Der Hoodie kann nun noch bis zum 30. März 2022 im Kilian Kerner-Webshop für 69 Euro erstanden werden. Der Gewinn wird im Rahmen der Organisation „Ein Herz für Kinder“ für die Ukraine gespendet.

Ebenfalls eine besondere Hilfsidee: Lena Manzhos ist Portrait-Fotografin aus Kyiv und kürzlich in Berlin angekommen. Sie bietet Fotoshooting für eine Spende an.

Ab dem 2. April und bis zum 1. Mai 2022 könntet ihr außerdem die Fotoausstellung „In The Name Of Freedom“ besuchen. Die Exhibition wird von Chaussee 36 Photo Foundation gemeinsam mit der Ukrainian Women Photographers Organization umgesetzt und zeigt eine dokumentarische und gleichzeitig intime, tragische Vision eines Landes, das sich nun im Krieg befindet. Die Spenden aus dem Print- und Getränkeverkauf werden an Be an Angel gespendet.

Ich packe meinen Koffer...

"Ich packe meinen Koffer, um mich auf eine Reise zu begeben, von der ich nicht weiß, was mich erwarten wird. Denn dort, wohin ich fahren werde, herrscht Krieg."

"Wir packen viele Kisten mit euren Sachspenden, denn sie werden benötigt. An der Front."

"Der Krieg ist nicht hier. Nein. Er ist 9 Stunden und 41 Minuten entfernt."

"Es sind 15 Tonnen! 15 Tonnen Hilfsgüter."

Sie sagen: "Die Leichensäcke kommen auf die Palette der Soldaten."

"... und er ist spürbar. Der Krieg."

"So hilflos. So traurig. Aber alle packen mit an. Für den Frieden."

"Wir haben Platz. Platz für Frauen und Kinder. Platz für ein Ticket in die Sicherheit."

"Es sind so viele Menschen. So viele, die Schutz suchen. So viele, die fliehen müssen. Fliehen vor dem Krieg."

Sie sagt zu mir: "Ich habe noch einen Hund. Er ist bei meinem Mann geblieben."
Sie schaut mir in die Augen: "Ich liebe ihn. Ich liebe meinen Mann."

Und sie sagt zu mir: "Sie ist das einzige, was mir geblieben ist."

"... und er ist spürbar. Der Krieg."


"Da stehen wir nun. In Sicherheit. Aber nach dem Frieden suche ich verzweifelt."


"... und die Kinder."


"5 Frauen, 6 Kinder und eine Katze - was ist mit dem Rest?"


"Sie packen ihren Koffer. Doch wofür?"


"Für den Frieden!"












Saisonkalender - Februar

Der Februar bietet eine etwas geminderte regionale Auswahl an. Nichtsdestotrotz lassen sich aus Champignons, Chicorée oder auch Grünkohl leckere und vor allem gesunde Gerichte herstellen. Gerade beim Grünkohl hast du im Februar die letzte Chance, ihn zu genießen, bevor die Saison vorbei ist. Bei den Kräutern sieht es ähnlich aus wie im Januar. Basilikum, Koriander oder auch Lorbeer verfeinern jedes Rezept.


Saisonales Rezept


Grünkohl, vegetarisch oder vegan


Zutaten
   

500 g Grünkohl, frisch oder TK, gehackt
500 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
2 Zwiebeln
200 g Räuchertofu
200 ml Wasser
1 ½ EL Gemüsebrühe 
1 EL Butter oder Pflanzenfett
50 ml Senf, mittelscharf
Salz und Pfeffer


   
   
Zubereitung
   

Die Zwiebeln bzw. Schalotten fein würfeln und in 50 g Butter oder Pflanzenfett glasig anschwitzen. Den Grünkohl hinzugeben und ebenfalls leicht dünsten. Mit 400 ml Wasser auffüllen, das Gemüsebrühepulver dazugeben und bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in kaltem Wasser ruhen lassen. Den Räuchertofu in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne mit dem restlichen Fett kross anbraten.

Nach 45 min. Kochzeit des Grünkohls die Kartoffelwürfel hinzugeben und weitere 20 min. köcheln lassen. Nun den Räuchertofu hinzufügen und weitere 15 Min. kochen. Mit Salz, Pfeffer und reichlich Senf abschmecken. 



   


Beilage



Chicorée-Orangen-Salat mit Walnüssen

   
Zutaten
   

500 g Chicorée
2 Orangen
1 EL Honig 
3 EL weißer Balsamessig
4 EL Walnussöl
Salz
40 g Walnusskerne
frische Petersilie



   
Zubereitung
   


Chicorée waschen, putzen, längs halbieren und den Strunk keilförmig herausschneiden. Blätter klein schneiden. Orangen schälen und Filets herausschneiden. Dabei den Saft auffangen und das restliche Fruchtfleisch ausdrücken.

Orangensaft mit Honig, Essig und Öl verrühren. Mit Salz abschmecken. Walnüsse grob hacken. Petersilie waschen und trocken schütteln.

Orangenfilets mit Chicoree und Dressing vermengen. Salat mit Walnüssen und Petersilie bestreut servieren.



C wie Chemiefrei 

Der alljährliche Frühjahrsputz steht bevor – für manche geht’s in ein paar Wochen los, pünktlich zum Frühlingsbeginn am 20. März, andere nutzen bereits die ersten beiden Monate des neuen Jahres, um die Fenster von Wohnung oder Haus wieder sonnenstrahlendurchlässig zu machen und die sich im trüben Winter angesammelten Staubschichten auch auf den höchsten Regalen und in den hintersten Ecken Lebewohl zu sagen. Und so verlockend es auch sein mag, jetzt zur Chemiekeule zu greifen – es geht auch nachhaltiger und umweltfreundlicher.

Vor allem Putzmittel fürs Badezimmer enthalten oft Chemikalien wie Chlor, warum also nicht auf Hausmittel zurückgreifen, die tatsächlich funktionieren und die die chemischen Reinigungsmittel ersetzen können. Backpulver beispielsweise ist ein echter Allrounder, gegen Urinstein, fürs Säubern des Waschbeckens oder der Fliesenfugen. Auch zum Entfernen von Fettflecken in der Küche oder für einen wieder wie neu strahlenden Backofen eignet sich das Wundermittelchen. Besteck und Töpfe blitzen ebenfalls wieder und Tee- oder Kaffeerückstände in Gläsern oder Tassen haben keine Chance mehr. Das Backpulver einfach in warmem Wasser auflösen und als Flüssigkeit oder als Paste verwenden.

Ein weiteres Essential für den Frühjahrsputz: Essig. Mit der doppelten Menge Wasser gemischt, entsteht ein hilfreicher Reiniger für die Küche. Keine Angst vor dem Geruch, der verschwindet so schnell wie er gekommen ist. Apfelessig ist übrigens auch besonders gut für die Haare, er ist antifettend, entfernt Rückstände von Haarpflegeprodukten, kann das Haarwachstum anregen sowie Spliss, Schuppen und Juckreiz vorbeugen – das nur am Rande.  

Zurück zur Wohnung bzw. zum Haus! Zitronensäure sollte in eurem Repertoire ebenfalls nicht fehlen. Ein bis zwei Teelöffel mit Wasser mischen und Kalkablagerungen gehören der Vergangenheit an. Eine aufgeschnittene Zitrone tut’s manchmal auch schon…

Auch für die Fenster braucht es nicht unbedingt einen Glasreiniger aus dem Drogeriemarkt. Die Scheiben können mit lauwarmem Wasser vorgeputzt werden, anschließend einen Schuss Spiritus – oder alternativ ist Essigessenz auch hier eine gute Wahl – in den Eimer Wasser geben und nachpolieren. Vorsicht: Dichtungen und Rahmen aussparen. Zu guter Letzt die Fenster mit Zeitungspapier trocknen, so werden unschöne Schlieren vermieden.

Neben dem Umgehen von Chemikalien gibt’s übrigens einen weiteren positiven Side Effect, wenn ihr auf Hausmittel, die die meisten wohl sowieso schon Zuhause haben, zurückgreift statt Putzmittel zu kaufen: Ihr spart einiges an Plastikmüll. Frohes Putzen!

Eure Kristina

Saisonkalender - Januar

Im Januar gibt es trotz der kühlen Temperaturen einige saisonale und heimische Gemüsesorten, aus denen sich Leckeres zaubern lässt. Champignons, Chicorée, Rosenkohl, Steckrüben und auch Lauch sind beliebte Regional-Produkte im ersten Monat des Jahres. Und auch die Schwarzwurzel ist ein Januar-Klassiker und wird nicht umsonst „Spargel des Winters“ genannt. Beim Salat ist der Feldsalat eine gute Wahl für den Januar und bei den Kräutern haben vor allem Basilikum, Koriander, Lorbeer, Petersilie und auch Schnittlauch Saison.


Saisonales Rezept


Apfel-Rosenkohl-Auflauf mit Feldsalat


Zutaten 
   
1,5 kg Kartoffeln, vorwiegend festkochend
750 g Rosenkohl
2 Äpfel
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
frische Petersilie
200 ml Sahne (pflanzliche Alternative)
200 ml Gemüsebrühe
1 TL Muskatnuss
Salz und Pfeffer
   
   
Zubereitung
   
Kartoffeln, Äpfel, Zwiebel und Knoblauch würfeln, Petersilie hacken und zusammen mit dem Rosenkohl in eine Auflaufform geben. Aus den restlichen Zutaten eine Soße rühren und über das Gemüse schütten.
Alles für ca. 25 min. bei 200 Grad Umluft im Ofen backen.
   
   
   
Zutaten 
   
Feldsalat
Schnittlauch
   
Für das Dressing
   
Leinsamen ÖL
Apfelessig
Agavendicksaft
Senf
Salz
Pfeffer
   
   
Zubereitung
   
Salat waschen, Schnittlauch hacken und das Dressing anrühren. 


Reingeschlüpft...

…und nie wieder raus. Wisst ihr, was heute für ein Tag ist? Klar, BarMAG-Tag, Freitag… und Internationaler Tag der Jogginghose! Die Idee entstand bereits im Jahr 2009, als vier Österreicher an Karneval gemeinsam mit ihrer Schulklasse in Jogginghosen zur Schule kamen. 2010 war dann allerdings Ferienzeit, so dass schließlich eine Veranstaltung auf Facebook daraus wurde, inklusive einem Aufruf, (peinliche) Fotos von sich in Jogginghose an ungewöhnlichen Orten zu teilen – mit zum Debüt schon sage und schreibe 130.000 Teilnehmenden. 

   

Ein Schattendasein fristet die Jogginghose in Berlin ja schon längst nicht mehr, gehört sie in der deutschen Hauptstadt doch fast zum guten, zum stylischen Ton. Und spätestens seit der Pandemie und den zahlreichen im Home Office arbeitenden Menschen ist sie auch in anderen kleinen und großen Städten zum liebsten Kleidungsstück avanciert. Warum extra umziehen, wenn man in der Mittagspause kurz einkaufen, eine Runde um den Block oder ins Café nebenan geht? Wer dabei nicht gänzlich auf das Feeling, sich „zurecht gemacht“ zu haben, verzichten möchte, trägt einfach Heels zur Jogginghose, Stilbrüche haben schließlich immer was.

   

Die Geschichte der Jogginghose begann übrigens schon vor rund einem Jahrhundert, in den 20er Jahren, mit Émile Camuset, Gründer des Labels Le Coq Sportif, der eine Pants für Sportler auf den Markt brachte. Es hat also etwas gedauert, aber letztlich hat es die Hose vom Gym in die Videokonferenzen im Home Office, auf die Straße und sogar auf die Laufstege geschafft.

Ergänzend zum Tag der Jogginghose fehlt nun vielleicht noch ein Internationaler Tag der Leggings, ein weiterer Alltime-Favourite, der mittlerweile ebenfalls gesellschaftsfähig geworden ist. Was es hingegen schon gibt: den Weltknuddeltag, der ist ebenfalls heute, ob mit oder ohne Jogginghose… 

   

   

Wir lesen uns,

Kristina


Was Achtsamkeit mit Nachhaltigkeit zu tun hat…

Denke ich an das Wort Achtsamkeit, verbinde ich damit Meditationsübungen, Mandalas zum Ausmalen – oder wieder irgendeine Selbstoptimierungsform, um weniger Stress im Leben zu haben. Aber durchbreche ich dieses Gedankenkonstrukt, fällt mir auf, dass viel mehr dahinter steckt. Und dass es mich am Ende zu meinem Lieblingsthema „Nachhaltigkeit“ führt.
 
Achtsamkeit bedeutet eigentlich nichts anderes, als sich im Klaren über etwas zu sein. Also, dass ich mir über etwas bewusst bin, darüber, was ich tue und damit achtsam (überraschend) umgehe. Zum Beispiel, dass man sich im Klaren darüber ist, was für einen ökologischen Fußabdruck man hinterlässt.

Ein achtsames Leben im Sinne der Nachhaltigkeit zu führen, kann auch bedeuten, dass man sich selbst etwas Gutes tun möchte und auf Lebensmittel und Hygieneprodukte in BIO-Qualität zurückgreift – oder sich Gedanken über den eigenen Konsum macht. Stelle dir doch vor einem Kauf folgende Fragen: Brauche ich das jetzt wirklich? Wie oft werde ich es verwenden? Kann ich es mir irgendwo leihen?

Aber was ist mit der eigenen, persönlichen Achtsamkeit? Hat das auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun?

Im Buddhismus glaubt man, man ist achtsam zu bzw. mit sich, wenn man es schafft, den gegenwärtigen Moment bewertungsfrei und bewusst wahrzunehmen. Man entscheidet sich dafür, die eigene Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment zu lenken und sich dabei nicht ablenken zu lassen. Dabei sollen wir lernen, uns auf uns selbst zu konzentrieren und uns selbst wahrzunehmen.

Klingt spannend, aber wie sieht so etwas im Alltag aus: Wir alle kennen den Autopiloten. Zum Beispiel putzen wir jeden Morgen unsere Zähne und machen uns dabei vermutlich – zumindest viele von uns – wenig Gedanken darum, wie wir sie putzen, sprich in welcher Reihenfolge oder wie viel Zahnpasta verwendet wird. Ähnlich ist es beim Essen. Ich esse einfach. Ich denke nicht darüber nach, dass ich mir jetzt ein Stück abschneide, die Gabel in meinen Mund führe und dann mit dem Kauen beginne. In diesem Moment bin ich unachtsam, weil ich mich nicht auf die Tätigkeit konzentriere, die ich gerade ausübe. Aber im Ernst, ich bin einer der größten Morgenmuffel, da werde ich bestimmt keinen Nerv dazu haben, mir Gedanken darüber zu machen, dass ich jetzt meinen Schneidezahn putze.

Super finde ich hingegen den Ansatz, sich in wichtigen Momenten nur auf die eine Sache zu konzentrieren. Sich nicht ständig ablenken zu lassen – und sollten die Gedanken doch mal wieder abschweifen, diese wieder wertungsfrei zurück zu holen und sich auf die Tätigkeit zu fokussieren. Es gibt eine ganze Reihe Übungen dazu auf Youtube. Ich selbst habe es schon mehrmals versucht und bin überzeugt von dem Ansatz, nur leider ist es mir bislang noch nicht gelungen, dies wirklich fest in meinen Alltag zu manifestieren.

Aber was hat das jetzt mit Nachhaltigkeit zu tun? Wir können nachhaltig zu uns sein. In dem wir uns zum Bespiel nur so viel Arbeit aufhalsen, wie wir uns auch zutrauen, so viel, wie unser Stresslevel es zulässt. Durch die Verbindung zu uns selbst erkennen, wann es genug ist und mit Liebe gegensteuern – ähnlich wie bei dem Ressourcen-Verbrauch aus der Natur: Zu viel Plastik ist nicht gut für unsere Meere – also versuche ich weniger zu verbrauchen. Zu viel Stress ist nicht gut für meine Seele, also versuche ich mich weniger stressen zu lassen und Relax-Zeiten in meinen Alltag einzubauen.
 
Ich glaube, es ist wichtig, Rücksicht auf unsere Umwelt, aber auch Rücksicht auf sich und den eigenen Körper zu nehmen. Denn wenn wir gut zu uns sind, können wir auch gut zu anderen und gut zu unserer Umwelt sein.
 
Wir lesen uns, Barbara


Im neuen Jahr…

…wird alles anders! Aber – offensichtliche Wünsche wie eine Verbesserung der Pandemie-Situation mal außen vor gelassen – muss es das? Zuerst einmal wünschen wir euch natürlich noch ein glückliches und gesundes Jahr 2022! Sicherlich hat die/der eine oder andere Vorsätze, oder? Und ein paar davon bis zum heutigen Tag vielleicht auch schon wieder gebrochen… 
 
Mit guten Vorsätzen verhält es sich meiner Meinung nach ein bisschen wie mit, wenn auch das Thema ein völlig anderes ist, Body Positivity. Ich teile ja die Ansicht, dass man seine „Makel“ nicht lieben muss, sondern dass es reicht, sie zu akzeptieren. Und so sehe ich das auch mit den vermeintlich guten Vorsätzen. Natürlich kann man sich vornehmen, Verhaltensmuster mal aufzubrechen und manche Dinge mehr, weniger oder anders zu machen. Dabei finde ich es aber wichtig, realistisch zu bleiben. Nur weil ein neues Jahr beginnt, ist man ja nicht plötzlich ein vollkommen – die Betonung liegt auf vollkommen – neuer Mensch.
 
Um mal die vermutlich am meisten verbreiteten Vorsätze als Beispiele aufzugreifen: Sich als absoluter Sportmuffel plötzlich jeden Tag eine Stunde körperliche Betätigung vornehmen? Dann doch lieber ein erreichbareres Ziel, wie zum Beispiel täglich die Treppe statt den Aufzug zu nehmen und statt zwei Stationen mit der U-Bahn zu fahren, den Weg öfter mal zu Fuß zurückzulegen. Als Fast Food-Fan von heute auf morgen komplett auf eine pflanzenbasierte Ernährung umsteigen? Dann doch lieber für den Anfang einen Gemüsetag oder auch zwei pro Woche einplanen.
 
Sicherlich gibt es so manche Person, die die selbst gesetzten Ziele mit mehr Druck und klaren von 100 auf 0- oder 0 auf 100-Regeln besser umsetzen kann. Go for it! Wer aber nicht zu diesen Menschen zählt, hat doch sicherlich ein viel schöneres Jahr, wenn die eigenen Vorhaben auch eine reelle Chance auf Erfüllung haben!
 

Einer meiner wenigen Vorsätze ist es übrigens, nach zwei gescheiterten Versuchen im letzten Jahr in 2022 mit meinem Zwergspitz Rolf bei schönem Wetter irgendwo einen leeren Sandstrand am Meer zu finden, wo er frei toben und ich mich entspannt in die Sonne setzen kann. Falls also jemand Tipps hat…
 
Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Vorsätze? Und habt ihr sie bislang so umgesetzt, wie ihr es euch vorgenommen habt?
 
 
Eure Kristina