Mittel zum Zweck oder wahre Liebe?

 

Fast jeder, der den Schulhof verlässt, hat eine gewisse Vorstellung von seiner beruflichen Zukunft. Einige merken, dass der eingeschlagene Weg vielleicht doch nicht der richtige für sie ist. Doch bei mir war es anders. Schon früh bemerkte ich meine Liebe zu Kleidung und Stoffen. Mit dreizehn Jahren versuchte ich mein Glück und bastelte mein erstes Kleidungsstück: einen Rock. Leider konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht nähen. Aber ich wusste mir zu helfen und klebte alles mit der Heißklebepistole zusammen. So verzogen, verschnitten und verklebt dieser Rock auch war, liebte ich es, diesen zu tragen. 

 

Nach dem die Begeisterung für Mode nicht aufhörte, fing ich eine Ausbildung zur Modeschneiderin an. 40 Stunden in der Woche, drei Jahre lang lernte ich dieses Handwerk. Oft dachte ich drüber nach, wie mein Modelabel aussehen würde, wenn ich ein eigenes hätte. Damals war mir schon klar, dass auf jeden Fall die Menschen, die dieses teilweise schwere Handwerk Tag ein und Tag aus durchführen, eine angemessene Vergütung bekommen müssen.

 

Da mein Wunsch, ein eigenes Label zu besitzen, immer größer wurde, zog ich vom kleinen Dorf in die große Stadt: Berlin. Dort begann ich ein Studium zur Mode und Designmanagerin. Die Stadt und das Studium waren eine große Herausforderung für mich, prägten mich aber gleichzeitig in vielen Bereichen meines Lebens. Auch in der Vorstellung meines eigenen Labels. So kam es, dass ich verstand, dass Nachhaltigkeit nicht nach dem bekannten Bio Siegel aufhört, dass anders sein etwas Positives ist und dass man mit Mode etwas zum Ausdruck bringen kann. Ich kam auf die Idee, alles in einen Topf zu werfen.

 

Und das war die Geburtsstunde von BARBECK BARBARA BECKER...

Fotos von Jan Metschorin